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Landschaftspflegeprämien

Mahd einer Bergwiese (Archiv Amt für Natur, Foto Sepp Hackhofer, 2014)
Mahd einer Bergwiese (Archiv Amt für Natur, Foto Sepp Hackhofer, 2014)

Bewirtschaftung von Natura 2000 Lebensräumen

Landschaftspflegeprämien werden für die Erhaltung des traditionellen Landschaftsbildes und der biologischen Vielfalt ökologisch wertvoller Lebensräume gewährt und zwar für die Bewirtschaftung von Natura-2000-Lebensräumen.

Natura-2000-Lebensräume oder Lebensräume von Arten sind europaweit durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie oder die Vogelschutzrichtlinie geschützt sind. Derartige Kulturlandschaften und Lebensräume bilden wichtige Rückzugsgebiete für eine vielfältige bedrohte Pflanzen- und Tierwelt und bereichern das Landschaftsbild. Sie sind durch eine althergebrachte Bewirtschaftung entstanden und können nur durch die Beibehaltung einer extensiven Nutzung und den Verzicht auf Intensivierung erhalten werden.

Die Landschaftspflegeprämien sollen den Einkommensverlust und den Mehraufwand ausgleichen, der den Bewirtschaftern durch eine extensive Bewirtschaftung entsteht. Zudem sollen damit auch die Zusatzkosten abgegolten werden, die sich aus der erschwerten Bewirtschaftung aufgrund von Steilheit, Geländemorphologie und anderen Bewirtschaftungshindernissen ergeben. Gefördert wird der Erhalt von Magerwiesen, Niedermoorwiesen, artenreichen Bergwiesen, Schilfbeständen, Lärchenwiesen und -weiden, Kastanienhainen, Streuobstwiesen, Mooren und Auwäldern sowie von Hecken.

Wer in den Genuss einer Landschaftspflegeprämie kommen will, verpflichtet sich, seine Fläche für fünf Jahre so zu bewirtschaften, dass sie ihren ökologischen Wert hinsichtlich Artenvielfalt beibehält. Auf Kulturumwandlungen, Planierungen und Entwässerungen sowie auf eine intensive Bewirtschaftung mit erhöhtem Düngereinsatz, häufigem Schnitt und intensiver Beweidung muss verzichtet werden.

Allgemeine Informationen können der Übersichtsbroschüre zum GAP-Strategieplan 2023-2027 entnommen werden.

  • Prämien von weniger als 200 Euro können nicht ausbezahlt werden.
  • Ein Zuschlag für erschwerte Bewirtschaftung wird für > 40% steile Flächen (laut DTM) oder bei Einstufung der Wiese als Sonderfläche (mit oder ohne Tara) gewährt.

Wer zum ersten Mal eine fünfjährige Vereinbarung starten möchte, meldet dies im Laufe des Jahres der örtlich zuständigen Forststation. Diese prüft die Eintragung der Flächen in das land- und forstwirtschaftliche Informationssystem und meldet die erforderlichen Daten an das Amt für Natur. Meldungen, die nach dem 31. März eintreffen, können normalerweise erst im folgenden Jahr berücksichtigt werden.

Um die Einstufung in die jeweilige Prämienkategorie und die Flächenabgrenzung zu gewährleisten, wird die Förderfläche bei Neuansuchen von Mitarbeitern des Amtes für Natur und der zuständigen Forststation erhoben. Dabei wird erfasst, ob eine Fläche den Zulassungskriterien für eine bestimmte Prämienkategorie entspricht. Die als prämienberechtigt eingestuften Flächen stehen im darauffolgenden Jahr für ein Ansuchen um Landschaftspflegeprämien zur Verfügung.

Informationen sind bei der örtlich zuständigen Forststation und im Amt für Natur erhältlich.

Auszahlung

Die Auszahlung wird von der Landeszahlstelle vorgenommen.

Magerwiesen und Niedermoorwiesen

Magerwiesen und Niedermoorwiesen

sind auf Standorten mit niedrigem Nährstoffniveau und geringer Nutzungshäufigkeit entstanden.

Artenreiche Bergwiesen

Artenreiche Bergwiesen

sind extensiv bewirtschaftete Wiesen, die im Vergleich zu den Magerwiesen besser mit Nährstoffen versorgt sind.

Schilfflächen

Schilfflächen

werden zum Teil heute noch zur Gewinnung von Einstreu für die Stalltiere im Herbst oder Winter gemäht.

Bestockte artenreiche Wiesen

Bestockte artenreiche Wiesen

sind charakteristische Elemente der traditionellen Kulturlandschaft von hohem ästhetischem und landschaftlichem Wert.

Bestockte Fettwiesen

Bestockte Fettwiesen

sind vor allem mit Lärchen bestockte, vom Menschen geschaffene Lebensräume, wobei einstige Wälder selektiv ausgelichtet wurden.

Bestockte Weiden

Bestockte Weiden

sind meist mit Lärchen bestockte, vom Menschen geschaffene Lebensräume, wobei einstige Wälder selektiv ausgelichtet wurden.

Kastanienhaine und Streuobstwiesen

Kastanienhaine und Streuobstwiesen

sind vom Menschen durch Pflanzung/Veredlung von Kastanienbäumen oder anderen Obstgehölzen geschaffene und erhaltene Lebensräume.

Moore und Auwälder

Moore und Auwälder

sind Standorte vieler seltener und vom Aussterben bedrohter Arten, die an extreme ökologische Bedingungen angepasst sind.

Hecken

Hecken

sind wertvolle Lebensräume und Naturkorridore, die eine große Artenvielfalt beherbergen.

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